Öffentliche Mitteilungen Ausgabe 07/2026 Amtliches Mitteilungsblatt Wenzenbach 8 Diese Einflussmöglichkeiten sollte man sorgfältig prüfen, bevorman sie womöglich für die Zukunft vorschnell aus der Hand gibt. Was passiert mit demAbbachhof und der historischen Kapelle? Der Abbachhof befindet sich in Privateigentum. Der Eigentümer hat Interesse daran bekundet, seine Flächen für die Entwicklung des Projekts zur Verfügung zu stellen. Bestehende privatrechtliche Pachtverhältnisse sind in diesem frühen Planungsstadium nicht durch die Gemeinde zu bewerten. Nach Angaben des Eigentümers weisen Teile des Abbachhofs erheblichen Sanierungsbedarf auf. Besondere Bedeutung hat dieMargaretenkapelle aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurde vor vielen Jahren profaniert, zeitweise als Getreidespeicher genutzt und steht unter Denkmalschutz. Dass dieses Baudenkmal nicht einfach für ein Rechenzentrum abgerissen werden kann, ist allen Beteiligten bekannt. Welche bzw. ob denkmalrechtlichen Anforderungen für weitere Teile des Abbachhofs bestehen, wäre im weiteren Verfahren mit den zuständigen Fachstellen zu klären. Kann ein solches Projekt in derWasserschutzzone III gebaut werden? Der Schutz unseres Trink- und Grundwassers gehört zu den wichtigsten Fragen des gesamten Projekts. Nach bisherigen Angaben plant IGNIS weder eine Entnahme von Grundwasser noch eine Versorgung des Kühlsystems über den örtlichen Wasserzweckverband.Vorgesehen ist ein geschlossener Kühlkreislauf, dermit sogenanntemGrauwasser befüllt werden soll. Für die Erstbefüllungwäre eine größere Zahl an Tanklastzügen erforderlich. Nach Angaben des Projektträgers wären die späterenWasserverluste durchVerdunstung vergleichsweise gering. Ob diese Angaben technisch belastbar sind und ob beispielsweise eine Notfallwasserversorgung erforderlich wäre, muss geprüft werden. Hinweise auf den enormen Wasserverbrauch anderer großer Rechenzentren (beispielsweise in den USA) nehmenwir dabei selbstverständlich ernst. Richtig ist: Der Standort liegt in derWasserschutzzone III. Das bedeutet jedoch kein grundsätzliches Bauverbot. Auch das Gewerbegebiet Haslbach mit größeren Gewerbe- und Industriebetrieben, weite Teile der Zeitlarner Wohnbebauung und neu entwickelte Bauflächen befinden sich in einerWasserschutzzone III. Entscheidend sind die konkrete Planung und die daraus resultierenden Schutzauflagen. Ohne konkrete Planung kann heute weder Entwarnung gegeben noch eine Gefährdung seriös behauptet werden. Warum soll das Rechenzentrum in RichtungWald rücken? Der genaue Standort steht nicht fest. Es gibt bislang keine abgeschlossene Planung. Die Gemeinde hat frühzeitig darauf hingewiesen, dass eine möglichst landschaftsverträgliche Lösung gesucht werden muss. Gleichzeitig sollen Abstände zur bestehenden Wohnbebauung, zur Gemeindegrenze Richtung Zeitlarn und zum Abbachhof 2 berücksichtigt werden. Hier entstehen zwangsläufig Zielkonflikte. Mehr Abstand zur Wohnbebauung kann bedeuten, näher an Waldflächen heranzurücken. Nach bisherigem Kenntnisstand wäre insbesondere ein Pappelbestand betroffen, der vor rund 30 Jahren als Hybridbestand im Zusammenhang mit einem Projekt der TU Weihenstephan angelegt wurde. Ein besonderer Schutzstatus ist der Gemeinde derzeit nicht bekannt. Mögliche Rodungen und naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmenmüssten selbstverständlich fachlich geprüft werden. Wie laut wäre das Rechenzentrum? Auch beimThema Lärmwerden derzeit häufig Erfahrungswerte älterer Rechenzentren herangezogen, teilweise aus den USA. Ähnliches gilt für die Diskussion über den Wasserverbrauch. Solange keine konkrete technische Planung vorliegt, kann die Gemeinde keine belastbare Aussage zu den tatsächlichen Lärmemissionen treffen. IGNIS stellt in Aussicht, sehr niedrige Lärmwerte von bis zu 35 dB(A) einhalten zu können. Ob und an welchenmaßgeblichen Immissionsorten dieseWerte tatsächlich erreicht werden können, müsste durch Gutachten nachgewiesen und von den zuständigen Fachstellen geprüft werden. Für die Gemeinde gilt: Nicht die Aussage eines Investors ist am Ende entscheidend, sondern eine belastbare fachliche Prüfung. Wird die Abwärme die Umgebung aufheizen? Ein Rechenzentrum dieser Größenordnung erzeugt erhebliche Abwärme. IGNIS hat deshalb ein großes wirtschaftliches Interesse daran, diese Wärme nicht ungenutzt abzugeben, sondern einer weiteren Nutzung zuzuführen. ImZusammenhangmit der kommunalenWärmeplanung könnten sich beispielsweise Perspektiven für Irlbach, Fußenberg, Thanhausen oder Gonnersdorf ergeben. Langfristigwären auchWärmenetze in Richtung Regensburger Norden, Zeitlarn oder Haslbach denkbar. Ob und in welchem Umfang solche Überlegungen technisch und wirtschaftlich realisierbar sind, muss geprüft werden. Gleiches gilt für mögliche Auswirkungen derWärmeabgabe auf die nähere Umgebung. Auch hier dürfen Sorgen nicht ignoriert werden. Ältere internationale Beispiele ersetzen allerdings keine konkrete Untersuchung des tatsächlich geplanten Projekts. Warum denkt niemand an die unmittelbar Betroffenen? Doch. Diese Frage beschäftigt den Gemeinderat intensiv und ist eine der schwierigsten in der gesamten Abwägung. Es wäre unehrlich zu behaupten, ein Projekt dieser Größenordnung hätte keine Auswirkungen auf die Menschen in unmittelbarer Nähe. Gerade deshalb müssen Lärm, Landschaftsbild, Verkehr, Wasser und Naturschutz gründlich untersucht werden. Auf privatrechtliche Streitigkeiten zwischen Pächter und Verprächter des Abbachhofs können wir indes nicht weiter eingehen. Der Gemeinderat hat sich nicht für das Rechenzentrumentschieden.Er hat sich bislang dafür ausgesprochen, eine ernsthafte Prüfung zu ermöglichen. Wenn ein Unternehmen eine Investition von möglicherweise mehr als zwei Milliarden Euro und erhebliche kommunale Einnahmeperspektiven in Aussicht stellt, kann eine verantwortungsvolle Entscheidung weder aus Euphorie noch aus spontaner Ablehnung heraus getroffen werden. Es braucht Fakten. Und Fakten erhält man durch Planungen, Gutachten und geordnete Verfahren. Sind hohe Einnahmen für die Gemeinde überhaupt realistisch? Diese Frage wird derzeit intensiv geprüft. Bürgermeister Sebastian Koch hat hierzu in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche mit Steuerexperten, Ministerien, spezialisierten Rechts- und
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