Mitteilungsblatt der Gemeinde Wenzenbach

Öffentliche Mitteilungen Ausgabe 07/2026 Amtliches Mitteilungsblatt Wenzenbach 9 Beratungsgesellschaften sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern geführt, die bereits Erfahrungen mit Rechenzentren gesammelt haben. Die Rückmeldungen sind unterschiedlich. Pauschale Versprechen über Gewerbesteuereinnahmen wären zum jetzigen Zeitpunkt unseriös. Investitionen werden abgeschrieben, Unternehmensstrukturen können komplex sein und die gewerbesteuerliche Zerlegung spielt einewesentliche Rolle. Hier ist zu erwähnen, dass die Bundesregierung Optimierungen im Gewerbesteuergesetz für Standortkommunen von Rechenzentren plant. Gleichzeitig gibt es Kommunen, die bereits bei Rechenzentren mit deutlich geringerer Anschlussleistung jährliche Einnahmen in Millionenhöhe in ihren Haushalten berücksichtigen. Neben der klassischen Gewerbesteuer wären weitere rechtlich zulässigeModelle (z. B. Umweltumlagefonds oder Stiftung) einer kommunalen Beteiligung an der Wertschöpfung zu prüfen.Eine seriöse Einnahmeprognose ist heute nicht möglich. Nach den bisherigen Gesprächen und Erfahrungswerten erscheint es allerdings ebensowenig seriös, erhebliche finanzielle Effekte fürWenzenbach von vornherein auszuschließen. Auch diemöglicheAnsiedlungweiterer Unternehmen aus dem digitalen und technologischen Bereich wird als Chance genannt.Ob diese Perspektive einemRealitätscheck standhält, muss ebenfalls geprüft werden. Haben Gemeinderat und Bürgermeister Dollarzeichen in den Augen und opfern dafür Natur? Einnahmen sind ein wesentliches kommunales Interesse. Mit ihnen werden Schulen gebaut, Straßen saniert, Kinderbetreuung bezahlbar gehalten und Vereine unterstützt. Wenzenbach steht finanziell im Vergleich zu vielen Kommunen immer noch ordentlich da, aber auch wir mussten wegen großer Zukunftsprojekte Schulden inMillionenhöhe aufnehmen. In so einer Lage ist es keine Gier, sondern Pflicht, mögliche Einnahmechancen gründlich zu prüfen. Die Kommunalpolitik ist das den Bürgerinnen und Bürgern schuldig, weil zusätzliche Einnahmen am Ende auch Auswirkungen auf Grundsteuer, Gewerbesteuer und Gebühren haben können. Bis wann entscheidet sich, ob es weitergeht? Die TenneT wird voraussichtlich bis Ende des Jahres eine Aussage zur Möglichkeit eines Netzanschlusses treffen. Anschließend wird die IGNIS ggfs. prüfen, ob sie mit dem Projekt in Wenzenbach weitermacht oder sich auf andere Projekte, die womöglich ebenfalls im Reifegradverfahren zum Erfolg führen, fortfährt. Für eine vergleichbare Projektidee der IGNIS wurde in Oldenburg in Holstein beispielsweise bereits mit einemBauleitplanungsverfahren gestartet, sodass das Unternehmen darauf womöglich den Fokus richtenwird. Sollte die Ignis am Abbachhof als Standort für ein Rechenzentrum festhalten, muss sie für 1.500 € pro Megawatt die entsprechenden Netzkapazitäten bei der TenneT reservieren und einen Aufstellungsbeschluss des Gemeinderats beantragen. Erst nach einem offiziellen Eintreten in die Bauleitplanung könnte die Gemeinde Planunterlagen sowie Gutachten einfordern und Fachstellen um eine offizielle Einschätzung ersuchen. Insgesamt würde sich ein Bauleitplanungsverfahren hier voraussichtlich auf mehrere Jahre erstrecken und einige Gemeinderatsbeschlüsse erfordern. Dieses Verfahren ist zwingend erforderlich, um eine sachgerechte Prüfung vornehmen zu können. Ab wann sind Informationsveranstaltungen geplant? Die IGNIS hat sich in Abstimmung mit der Gemeinde eine renommierte Kommunikationsagentur zur Seite geholt. Je nach Voranschreiten des Projekts sind Informationsveranstaltungen wie etwa Informationsmarktplätze oder klassische Infoabende geplant. Diese werden in Abstimmungmit der Gemeinde und IGNIS voraussichtlich im Herbst starten. Die Gemeinde möchte zudem versuchen, auf der Seite zukunft-wenzenbach.de fortlaufendmöglichst aktuell über alle (neuen) Erkenntnisse zum Rechenzentrum zu informieren. Dort soll auch jenseits der üblichen Social-Media-Plattformen die Möglichkeit zur Kommentierung dieses Vorhabens und unserer Ausführungen gegeben sein. Seit Jahren pflegen wir einen transparenten Informationsstil und sind stark amBürgerdialog interessiert. Dies wird uns auch bei diesem Thema ein stetes Anliegen sein. Welchen Kurs wird die Gemeindepolitik einschlagen? Natürlich wird es hier darauf ankommen, wie sich der Gemeinderat positioniert. Für Bürgermeister Sebastian Koch gilt derweilen: „Verantwortungsvolle Kommunalpolitik bedeutet nicht, wegen lauter Proteste, einer Online-Petition oder einer Vielzahl kritischer E-Mails vorschnell die Prüfung einzustellen. Sie bedeutet genauso wenig, einem Investor blind zu folgen. Die Aufgabe des Gemeinderats ist es, Informationen zusammenzutragen, Gutachten und Fachstellen anzuhören, Chancen und Risiken ehrlich gegenüberzustellen und anschließend eine fundierte Entscheidung zu treffen. Der Gemeinderat hat noch kein Ja zu einem Rechenzentrum beschlossen. Er hat Ja zu einer gründlichen Prüfung gesagt. Dieser Arbeitsstil prägt den Wenzenbacher Gemeinderat seit vielen Jahren. Gerade bei einemProjekt dieser Größenordnung sollte davon nicht abgewichen werden.“ MuSterBild; fOtO: cANVA

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