Vereine & Verbände Ausgabe 02/2026 Amtliches Mitteilungsblatt Wenzenbach 65 Friedhöfe sind Orte der ruhe und des gedenkens. sie bieten besucherinnen und besuchern raum für besinnung und Trauer um Verstorbene. Da ihre nutzung nicht primär wirtschaftlichen Zwängen unterliegt, kann ihre gestaltung in besonderemMaße an die örtlichen gegebenheiten angepasst werden. bei einer naturnahen ausgestaltung entstehen wertvolle lebensräume für Tiere und Pflanzen. Friedhöfe können so einen wichtigen beitrag zum erhalt der biologischen Vielfalt leisten. gräber als bedeutender Teil der Friedhofsfläche neben den grün- und Freiflächen, die von den Friedhofsverwaltungen gestaltet werden, nehmen die einzelnen grabstätten einen großen Teil der gesamtfläche ein. ihr einfluss auf das ökologische gesamtbild eines Friedhofs ist daher nicht zu unterschätzen. eine zeitgemäße grabgestaltung berücksichtigt neben ästhetischen aspekten zunehmend auch ökologische, pflegerische und soziale gesichtspunkte. Zeitgemäße Grabgestaltung: umweltbewusst, pflegeleicht, naturnah Viele angehörige können oder möchten die regelmäßige grabpflege nicht mehr in dem Umfang übernehmen, wie es früher üblich war. gleichzeitig wächst das bewusstsein für Umweltund naturschutz. eine zeitgemäße grabgestaltung zeichnet sich daher durch folgende Merkmale aus: Umweltbewusst: Verwendung heimischer, standortgerech- n ter Pflanzen, Verzicht auf Torf, chemische Dünger und Pestizide Pflegeleicht: geschlossene Pflanzflächen, bodendeckende n stauden, ggf. auch robuste Kleingehölze reduzieren Unkrautwuchs und Pflegeaufwand naturnah: Förderung von insekten, Vögeln und anderen n Kleintieren durch blütenreiche, strukturierte bepflanzung so bleibt das grab auch dann gepflegt, wenn es nicht wöchentlich besucht werden kann. Standortgerechte Pflanzen und geschlossene Pflanzflächen standortgerechte Pflanzen sind an die jeweiligen licht-, bodenund Feuchtigkeitsverhältnisse angepasst. sie wachsen vitaler, sind widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit und Krankheiten und benötigen deshalb weniger Pflege. geschlossene Pflanzflächen verhindern das austrocknen des bodens, reduzieren Unkrautaufwuchs und tragen zu einem ruhigen, harmonischen erscheinungsbild der grabstätte bei. heimische Pflanzen vor exoten Viele Wildbienen, schmetterlinge und andere insekten sind auf heimische Pflanzen angewiesen, da nur diese geeigneten nektar und Pollen bieten. Fremdländische arten oder hybride – insbesondere solche mit gefüllten blüten – sind für insekten häufig nutzlos, da dort der Zugang zu nektar und blütenstaub fehlt. Die Friedhöfe in Irlbach und Wenzenbach sind überwiegend sonnig, haben meist leicht saure und nährstoffärmere böden. aus diesem grund konzentriert sich die Pflanzenauswahl hier auf sonnenverträgliche, trockenheitsertragende, anspruchslose arten. Unter beachtung der genannten grundsätze sowie einer möglichst durchgehenden blühabfolge - idealerweise von März bis Oktober - kommen unter anderem folgende Pflanzen in betracht: Schneeheide (Erika carnea) blüte von März bis Juni bis 30 cm hoch Märzveilchen blüte von März bis april 5 bis 15 cm hoch Frühlingsfingerkraut blüte von März bis Mai bodendecke Großes Windröschen (Waldanemone) blüte von april bis Juni bis 40 cm hoch Waldsteinie blüte von april bis Mai bodendecker Traubige Graslilie blüte von Mai bis Juli 30 cm bis 60 cm hoch Feld – oder Sandthymian blüte von Juni bis august bodendecker Färberginster blüte von Juni bis august Zwergstrauch bis 40cm Lavendel blüte von Juni bis august bis 40cm hoch Rundblättrige Glockenblume blüte von Juni bis september 20 cm bis 40 cm hoch Katzenminze blüte von Juli bis september bis 50 cm hoch Gewöhnlicher Dost, Wohlgemut, Oregano blüte von Juli bis september 20 cm bis 70 cm Goldaster blüte von august bis september 20 cm bis 50 cm Heidekraut, Besenheide, calluna vulgaris blüte von august bis Oktober bis 30 cm alle genannten Pflanzen sind mehrjährig und winterhart, sparen also arbeit und geld. Wir erwarten nicht, dass nur noch solche Pflanzen auf unseren gräbern stehen, aber wenn auf Teilflächen der gräber die eine oder andere dieser Pflanzen stehen würde, wäre dies ein großer beitrag zu mehr biodiversität. bei weiteren Fragen steht ihnen auch die Kreisfachberatung am landratsamt zur Verfügung. Für unsere gemeinde ist Frau Christine gietl zuständig, telefonisch erreichbar unter 0941/4009-619. Obst- und gartenbauverein Wenzenbach e.V Ute Winter, 1. Vorsitzende TexT: heiJO DasChner, bilDer: Ki-generierT Zeitgemäße Grabgestaltung – umweltbewusst, pflegeleicht, naturnah
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