Mitteilungsblatt der Gemeinde Wenzenbach

AuS der geMeinde Ausgabe 08/2026 Amtliches Mitteilungsblatt Wenzenbach 22 am 16. Juli trafen sich Interessierte auf Einladung der ortheimatpflegerin, um sich über verschiedene Fundstücke auszutauschen und den Vortrag von Herrn Wolfgang roser zu hören. „Vor 175 Jahren - eine Schankwirtschaft auf der Birkmühl. die auseinandersetzung des Müllers Georg Pfab mit der Bürokratie des Königreichs Bayern“ – so das thema. Georg Pfab betrieb 1855 auch einen Bierausschank auf der Birkmühle, die seit 1670 im Familienbesitz war. Er wurde angezeigt, weil er keine amtliche Konzession hatte. als er sie beantragte, stimmte die Gemeindeverwaltung Schönberg-Wenzenbach dagegen, weil es zu viele Wirtshäuser und Brauereien in der Umgebung gebe und sich eine weitere Gaststätte geschäftsschädigend auswirke. außerdem läge die Mühle isoliert und sei von Wäldern umgeben und so könnten sich „zügellose leute beiderlei Geschlechtes“ dort einfinden, die gegen Zucht und ordnung verstoßen würden. Jedoch sei die Schankwirtschaft bei schönemWetter gut besucht und viele Gäste machten gerne Spaziergänge zur romantischen Mühle. der Müller brauchte die zusätzlichen Einnahmen, so dass er vor das landgericht regenstauf ging. Er berief sich auf das Gewohnheitsrecht, weil seine Vorfahren bereits Bier ausgeschenkt hätten und auf einen Kaufbrief von 1797. dieser sei aber in den Kriegswirren von 1809 (österreicher und Franzosen plünderten die Mühle im napoleonischen Krieg von regensburg) verloren gegangen. Pfab benannte Zeugen, die den Kaufbrief gesehen hätten und ihm selbst sei er von seinem Vater vorgelesen worden. das landgericht regenstauf lehnte jedoch das Gesuch ab. darauf ging Georg Pfab zum appellationsgericht der oberpfalz in regensburg und benannte weitere Zeugen für den seit Generationen betriebenen Bierausschank und für die Existenz des Kaufbriefs. das appellationsgericht änderte 1858 den „verwirrlichen Beschluß“ des landgerichts und bestätigte die Schankerlaubnis als realrecht (Gewohnheitsrecht zu einem Grundstück gehörend). allerdings musste der Müller Pfab sämtliche Kosten des Gerichtsverfahrens tragen. Heute können wir den Vorgang so genau nachvollziehen, weil die genannten Gerichtsakten noch existieren und im Staatsarchiv amberg aufbewahrt werden. auf der Karte aus dem Jahr 1597 ist die „Birckmül“ bereits eingezeichnet sowie der Kohlfleck (Köhlerei, bei der heutigen Eiche) und weiter nördlich der „Birckweyer“. Herr Konrad Wagner konnte den Vortrag mit einer Zeichnung von Herrn Joseph Haseneder ergänzen, die er in einemWanderführer aus dem Jahr 1911, ungefähr 60 Jahre nach Pfabs Verhandlungen, gefunden hatte sowie mit einer Erinnerungsmarke des Waldvereins regensburg. Es wurden im weiteren Verlauf des treffens einige der mitgebrachten Fotos besprochen und versucht, das datum der aufnahmen und die namen der abgebildeten Personen herauszufinden. Es ist ein großer Wissensschatz bei den einzelnen Personen vorhanden, der einen wunderbaren austausch von Informationen und Erinnerungen ermöglicht. Gerne sind Sie zu unserem nächsten treffen am 17.09.2026 von 17.30 bis 19.00 Uhr im Sitzungssaal des rathauses Wenzenbach willkommen. BIld: MEIlHaMEr Gabriele Meilhamer ortheimatpflege@wenzenbach.de; tel. 01520 3253456 Zeit für Geschichte(n) Quelle: Christian Vogel, 1597, Bayer. Hauptstaatsarchiv Foto WolFGanG roSEr Regensburg Ein Führer und Erinnerungsbuch, Schiele, 1911, S. 76 Foto: K. WaGnEr, PrIVat BIldEr: MEIlHaMEr BIldEr: MEIlHaMEr Unsere Magazine im Internet Die aktuelle Ausgabe zum Durchblättern oder Download finden Sie im internet unter www.wenzenbach-aktuell.de i TPx – FOTOLiA.COM

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