Vereine & Verbände Ausgabe 07/2026 Amtliches Mitteilungsblatt Wenzenbach 46 … so das resümee nach der informationsveranstaltung der Nachbarschaftshilfe am 18.06. zum thema „Abschied nehmen“. eingangs eröffnete der Vorsitzende, hans-Peter Semmler, die Veranstaltung mit einer nachdenkenswerten Geschichte. „Vor 10 tagen kam ein Anruf. die dame sagte, dass sie sich abmelden will. Auf Nachfrage antwortete sie: „Mein Partner ist verstorben. Nun ist es zu spät“! dies war die überleitung zu der herzlichen Begrüßung der 29 interessierten Gäste, die auf jeden fall „nicht zu spät“ kommen. Als referentin begrüße Semmler die freie trauerrednerin doris zupfer die den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern einblicke in ihre Arbeit sowie in den umgang mit tod, trauer und Abschied geben sollte. Nach den rechtlichen Aspekten wurden auch die verschiedenen Bestattungsformen (Grab, urne, See, luft, Wald, diamant, etc.) angesprochen. Auch „Schlupflöcher“ über den Weg in andere länder, die aber jeder Bestatter kennt, fehlten nicht. Weiterhin erläuterte die referentin die Bedeutung eines bewussten Abschieds und sprach darüber, wie individuell Menschen mit Verlust und trauer umgehen. Sie betonte, dass es keine „richtige“ oder „falsche“ Art des trauerns gebe und dass jeder Mensch seinen eigenen Weg finden müsse. egal ob kirchlich, frei, Anonym, Stiller Abschied, dies soll unbedingt vor dem Ableben geklärt werden. da in deutschland freie Bestatterwahl gilt muss nur derjenige gesucht werden, der den Ablauf genau so macht, wie es gewollt ist. Auch die Kosten waren thema. das mindeste sind 3500 € und nach oben gibt es natürlich keine Grenze. im weiteren Verlauf stellte sie die Aufgaben einer freien trauerrednerin vor. dabei erklärte sie, wie persönliche trauerfeiern gestaltet werden können und welche Möglichkeiten bestehen, das leben eines verstorbenen Menschen würdevoll und individuell zu würdigen. Anhand von Beispielen aus ihrer beruflichen Praxis zeigte sie, wie erinnerungen, Geschichten und persönliche Wünsche in eine Abschiedsfeier eingebunden werden können. ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Auseinandersetzung mit dem eigenen lebensende. die teilnehmerinnen und teilnehmer wurden ermutigt, sich frühzeitig mit themen wie Vorsorge, Bestattungswünschen und der Gestaltung des Abschieds auseinanderzusetzen. die referentin machte deutlich, dass offene Gespräche innerhalb der familie helfen können, unsicherheiten und Belastungen im trauerfall zu reduzieren. es bestand die Möglichkeit jederzeit fragen zu stellen und persönliche erfahrungen einzubringen. diese Gelegenheit wurde von vielen Anwesenden genutzt, sodass ein lebendiger und respektvoller dialog entstand. für Aufregung sorgte der hinweis, dass die Bank sofort, nachdem sie vom Ableben erfährt das Konto (auch gemeinsame „und-Konten“) sperrt. Abhilfe hierfür ist eine Vollmacht, die über den tod hinaus gilt oder ein „Oder-Konto“ Also lieber jetzt schon mal bei der Bank nachfragen und die Abläufe regeln. die Veranstaltung bot wertvolle informationen und denkanstöße zu einem thema, das oft verdrängt wird, aber jeden Menschen betrifft. die teilnehmerinnen und teilnehmer nahmen zahlreiche Anregungen für einen bewussteren umgang mit Abschied, Sterben und trauer mit nach hause. Abschließend sprach der Vorsitzende, hans-Peter Semmler, frei nach Wilhelm Busch: „es ist ein lobenswerter Brauch; wer etwas Gutes bekommt, der bedankt sich auch“. und überreichte nach großem Applaus der referentin einen Blumenstrauß. Bild: hANS-Peter SeMMler Sterben ist gar nicht so einfach….
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