unsere vereine 42 Februar 2026 mitteilungsblatt Markt Nittendorf Mit dem ersten Ackertag am 3. Januar ist die SoLaWi Jura schwungvoll ins neue Jahr gestartet. Trotz winterlicher Temperaturen herrschte auf dem Acker reges Treiben: Es wurde gearbeitet, geerntet – und gemeinsam Sauerkraut eingesalzen. Rund 60 Kilogramm Kraut wurden verarbeitet. Eine Aktion, die beispielhaft zeigt, wofür die Solidarische Landwirtschaft Jura steht: für gemeinschaftliches Tun, für Wissenstransfer und für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Das Ergebnis dieser Fermentationsaktion wird in den kommenden Wochen an die Ernteteilerinnen und Ernteteiler ausgegeben. Während viele Gärten imWinter ruhen, ist auf dem Acker der SoLaWi weiterhin Leben. Feldsalat trotzt der Kälte, Lagergemüse wie Karotten, Rote Bete, Kohlrabi oder Schwarzer Rettich wird aus dem Erdkeller verteilt. Auch in der kalten Jahreszeit versorgt der Verein seine Mitglieder zuverlässig mit regionalem, streng ökologisch angebautem Gemüse. Dass dabei nicht jedes Stück makellos aussieht, gehört zum Selbstverständnis der SoLaWi. Krumme Karotten, aufgeplatzte Rüben oder kleiner Kohl sind kein Makel, sondern Ausdruck ehrlicher Landwirtschaft. Lebensmittel sind zu wertvoll, um aussortiert zu werden. Ziele, die tragen – auch über den Winter hinaus Der Jahresbeginn ist für den Verein nicht nur ein organisatorischer Neustart, sondern auch ein Moment der Ausrichtung. Die SoLaWi Jura verfolgt weiterhin klare Ziele: eine nachhaltige, pestizidfreie Landwirtschaft im Einklang mit der Natur, faire Löhne für die Gärtnerinnen und Gärtner, transparente Kosten und eine solidarische Finanzierung, bei der jede und jeder nach den eigenen Möglichkeiten beiträgt. Ebenso wichtig sind Bildung und Gemeinschaft. Bei Ackertagen, in der Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten oder bei gemeinschaftlichen Aktionen wird Wissen weitergegeben und erlebbar gemacht, woher unsere Lebensmittel kommen. Die Bilanz des vergangenen Gartenjahres macht Mut. Trotz steigender Anforderungen und eines Jahresbudgets von rund 50.000 Euro konnte mehr Gemüse geerntet werden, als das Budget erwarten ließ. Für die Mitglieder bedeutet das eine hochwertige Versorgung, die im Vergleich sogar günstiger ist als der Einkauf im Biohandel. Möglich wird dies durch sorgfältige Planung, stabile Strukturen und vor allem durch das Engagement vieler Menschen – hauptamtlich im Gärtnerteam und ehrenamtlich in verschiedenen Arbeitsgruppen. Gemeinschaft leben und mitentscheiden Ein wichtiger Termin im Jahreslauf ist die Jahreshauptversammlung am Donnerstag, 12. Februar 2026, um 19:00 Uhr in Eichhofen. Dort stehen unter anderem der Jahresbericht des Vorstands, der Kassenbericht sowie weitere aktuelle und zukunftsweisende Themen auf der Tagesordnung. Die Versammlung ist offen für Vereinsmitglieder und Interessierte und bietet Raum für Austausch, Rückblick und Mitgestaltung. Wer die SoLaWi Jura kennenlernen möchte oder überlegt, Teil des Vereins zu werden, hat gleich am nächsten Tag Gelegenheit dazu: Beim Infoabend für Interessierte am Freitag, 13. Februar 2026, um 19:00 Uhr in Eichhofen wird das Modell der Solidarischen Landwirtschaft vorgestellt – mit Einblicken in den Alltag auf dem Acker, Zahlen, Hintergründen und persönlichen Erfahrungen. Wer einmal erlebt hat, wie auf dem Acker gearbeitet wird, wie Gemüse wächst und geerntet wird und wie aus vielen helfenden Händen eine tragfähige Gemeinschaft entsteht, versteht schnell: Hier entsteht mehr als Nahrung. Hier wächst ein Modell für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Auch im neuen Jahr gilt deshalb: Die Erde mag im Winter ruhen – die Idee der Solidarität tut es nicht. solAwi gemeinsam ins neue Jahr – Die SoLaWi Jura startet kraftvoll und blickt nach vorn Bei der sauerkrautaktion wurden rund 60 kilo Weißkraut verarbeitet Foto: KoNrad heiN aNzeige
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